Der Hochzeitstag nach Johann Nestroy. Eine Parodie in zwei Akten. Das Stück entstand 1832
und wurde am 22. Juni desselben Jahres erstmals aufgeführt – nun für den Kulturverein Theater
absolut adaptiert.
Camilla, die Tochter des reichen Makkaroni-Fabrikanten Guckano, und der stets in Geldnöten
befindliche Paphuzi bereiten ihre Hochzeit vor. Aus Freude über ihre Liebe und die bevorstehende
Hochzeit verschenkt Camilla einen Teil ihrer Garderobe an ihre Bediensteten, insbesondere an ihr
Stubenmädchen Ritti. Paphuzi ermahnt seine Braut zur Sparsamkeit, denn er hält das Verschenken für
Geldverschwendung – dabei profitiert auch er von ihrer Großzügigkeit, da sie bereits 700 Gulden
seiner Schulden bezahlt hat. Außerdem hat sie Mitleid mit Ritti, die vor über zehn Jahren von
ihrer großen Liebe verlassen wurde. Diese Erklärung versetzt Paphuzi in helle Aufregung, denn er
weiß, dass sein Bruder – im Gegensatz zu ihm ein Lump – vor langer Zeit eine Affäre mit einem
Stubenmädchen hatte, sie sitzenließ und seitdem verschwunden ist.
Trotz der Vorbereitungen für die Hochzeit seiner Tochter zieht Guckano durch verschiedene
Wirtshäuser, und Camilla fürchtet, er könnte unter die Tagediebe gefallen sein. Wenig später
bringt der Diener Danilo die Schreckensnachricht: Guckano wird tatsächlich von einer Bande
Tagediebe in einem Wirtshaus festgehalten, die ihn erst gegen eine Auslöse freilassen wollen.
Als die Antwort zu lange auf sich warten lässt, erscheint der Banden-Capo Zampa selbst im Haus
von Camilla, um persönlich Geld von ihr zu fordern. Doch als er von den Vorbereitungen für den
morgigen Hochzeitstag erfährt, kommt ihm eine Idee, wie er seinen Kopf für immer aus der
Schlinge ziehen kann: Unter dem Schutz dieses ehrbaren Hauses würde man keinen Gauner
vermuten. Er nimmt wieder seinen bürgerlichen Namen an – und Camilla müsste ihn statt ihres
geliebten Bräutigams heiraten, wenn sie ihren Vater retten will.
Nestroy hat mit diesem Werk wieder einmal doppelzüngige, boshafte, teils gefährliche Charaktere
geschaffen, ohne dabei die Komödie aus dem Blick zu verlieren – und lässt seine Figuren durch
ihr eigenes unmoralisches Handeln letztlich zu Verlierern werden.
Er wollte den Vater nach Hause holen, doch weil ihm jemand im Wald aufgelauert habe, ihm
einige Ohrfeigen versetzte und ihm befahl, nach Hause zu eilen um diese schlechte Nachricht
zu überbringen, habe er seine Suche abgebrochen. Nun fürchtet der Bräutigam, dass die Hochzeit
abgesagt würde, und beschließt, die Suche nach seinem künftigen Schwiegervater selbst in die
Hand zu nehmen.
Johann Nepomuk Nestroy (* 7. Dezember 1801 in Wien; † 25. Mai 1862 in Graz) zählt zu den bedeutendsten Bühnenautoren des Alt-Wiener Volkstheaters. Sein Rollenbuch verzeichnete zu Lebzeiten bereits 497 Rollen. Mit seinem eindringlichen Blick, den grotesken Bewegungen, seinem unverwechselbaren Darstellungsstil und dem immer wieder auftauchenden Sarkasmus brachte er das Publikum nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken.
Premiere: 4. November 2026
Spieltermine: 06.11., 07.11., 13.11., 14.11., 15.11., 20.11., 21.11., 22.11., 27.11., 28.11., 29.11.2026
Vorstellungen mit früherem Beginn: 15.11., 20.11., 22.11. und 29.11.2026
Beginn der Vorstellungen bereits um 17:00 Uhr, Einlass 16:30 Uhr.